22.05.26
Wir starten Freitagfrüh bei herrlichem Sonnenschein Richtung Südwestfrankreich. Uwe möchte vor allem Architekturaufnahmen vom „Guggenheim Museum“ in Bilbao machen, ich will die „Dune du Pilat“ (mit 110m die höchste Sanddüne Europas) sehen. Mal schauen ob wir da auch Landen. Zunächst jedoch planen wir unseren ersten Zwischenstopp in der Stadt Autun im Burgund. Dort gibt es einen schönen Stellplatz an einem kleinen See und die Stadt hat auch sonst einiges zu bieten. Sie wurde einst von Kaiser Augustus nach der Niederwerfung der Gallier gegründet und hat entsprechend viele noch gut erhaltene historische Bauwerke wie das Römische Theater, antike Stadttore sowie die beeindruckende „Cathedrale Saint Lazare“.
Da wir morgens früh starten machen wir zum Frühstück nach ca. 1,5 Stunden einen Zwischenstopp. Doch als ich Kaffee mache will stellen wir fest: Kein Gas, wir haben
wohl eine leere Flasche eingepackt. Doch wir haben ja immer eine Reserve dabei und Uwe hängt diese an. Doch leider auch negativ – kann es wirklich sein, dass wir 2 leere Gasflaschen eingepackt
haben? Zum Glück haben noch unseren kleinen Camping-Gas-Kocher für Draußen, der Kaffee ist also gerettet.
Übrigens unsere erste Fahrt mit „Bip&Go“, dem kleinen Wundergerät, das einem hilft an den Mautstellen in Frankreich (sowie in Spanien und Italien) einfach
durchzufahren, ohne Wartezeit, der Betrag wird abgebucht. Das funktioniert perfekt uns spart Zeit und Nerven, also kein Gas, aber immerhin Bip & Go.
Also wir die Autobahn ca. 50 im vor Autun verlassen, fahren wir durch eine wunderschöne Landschaft, geprägt von burgundischen Weinbergen und vielen kleinen netten
Dörfern, die wohl hauptsächlich vom Weinbau leben. Gegen spätnachmittag treffen wir in Autun ein. Wir tanken und fragen an der Tankstelle nach Gasflaschen. Die Auswahl umfasst ca. 40
Möglichkeiten, preislich um die 100 Euro mit Flasche und Füllung. Wir beschließen erst mal beim Platz einzuchecken und dann nochmal zu schauen, welche Flasche wir benötigen. Als wir an dem
schönen Stellplatz eintreffen, hat Uwe eine Idee: Wir
waren bei der Gasprüfung und da hat der gute Mann vom TÜV Uwe gezeigt, wie der Gasstopper funktionert, evtl. hat er diesen nicht wieder entsperrt. Und tatsächlich, das Gas fließt wieder. Den Tag
und 100 Euro gerettet!
Abends machen wir uns auf den Weg um Autun zu besichtigen. Die Altstadt ist sehr schön und auf jeden Fall einen Besuch Wert.
23.05.26
Nach einer ruhigen Nacht setzen wir uns mit unserem Kaffee an den See und genießen die Sonne. Später nehmen wir die Fahrräder und schauen uns die „Pyramid de Couhard“ an, die von unserem Stellplatz aus gut zu sehen ist und etwas seltsam anmutend oberhalb liegt. Es handelt sich dabei um ein antikes Monument als Erinnerung an einen Verstorbenen, vermutlich aus dem 1. Jahrhundert. Die Außenverkleidung war aus Marmor und hat die Zeit nicht überdauert (vermutlich wurde es anderweitig verbaut). Die Pyramide war wohl einst 33 Meter hoch, 22 davon stehen noch.
Wir radeln weiter zur „Cathedrale Saint Lazare“, Eintritt frei und wirklich sehr beeindruckend – ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Auch der „Porte Saint-André“ statten wir noch einen Besuch ab. Gegenüber ist zum Glück noch eine Boulangerie, der Nachmittagskaffee wäre dann auch gerettet. Da es schon recht spät ist, beschließen wir noch eine Nacht dran zu hängen und erst morgen weiter zu fahren. Abends findet in dem „Theatre Romain“ noch ein kleines Rockkonzert statt, dass wir kurz besuchen.
24.05.26
Heute geht es weiter Richtung Nouvelle-Aquitaine, durch die Auvergne mit wunderschönen Landschaften und sehr viel Natur, grün, Landwirtschaft. Das letzte Stück zu unserem Zwischenstopp an der Dordogne ist auch ziemlich kurvig, aber landschaftlich auf jeden Fall lohnenswert. Wir bleiben hier eine Nacht auf dem „Camping Municipal“ in „Argentat-sur-Dordogne“. Die Rezeption hat sonntags geschlossen, aber wir dürfen uns einen Platz suchen und können laut Aushang am nächsten Morgen bezahlen. Es ist wenig los und so haben wir viel Auswahl und nehmen Platz Nr. 1 direkt unter einer großen Platane. Dankend nehmen wir den Schatten bei
34 Grad an. Es ist heiß und wir kühlen unsere Füße in der Dordogne ab. Der Platz liegt direkt am Fluß und ist herrlich ruhig. Wir schauen uns noch das Städtchen an, das mit dem Fahrrad nur ca. 5 Min. entfernt liegt. Direkt am Fluß lassen wir uns in einem kleinen Bistrot noch „Gaufres“ (Waffeln) mit Eis schmecken. Kurz überqueren wir noch den Fluß und schauen uns das „Réserve de Biodiversité“ an, ein sehr schön angelegter Park, in dem man auch Vögel beobachten kann, aber wahrscheinlich eher früh morgens und bei 34 Grad ist uns die Wanderung um das Biotop heute zu heftig.
25.05.26
Mit Vogelgezwitscher werden wir geweckt und trinken unseren Kaffee direkt an der Dordogne. Uwe möchte mit dem Fahrrad Baguette kaufen, stellt aber
fest, dass er wieder Mal eine Platten hat. Er ist wohl gestern in einen Dorn gefahren. Leider passt der Schlauch aus unserem Notfall-Fundus nicht, wir werden wohl auf der Weiterfahrt einen
Decathlon ansteuern müssen. Nach dem Frühstück packen wir und machen uns auf den Weg Richtung Bordeaux. Der Decathlon ist auch schnell gefunden, nur hat die Einfahrt eine
Höhenbegrenzung von 2,10 m, das reicht leider nicht. Es gibt einen „Lieferanteneingang“ für Lkws ein Stück weiter. Doch siehe da, dort ist ebenfalls eine mobile Höhenbegrenzung. Wir sind so frech
und klingeln, und tatsächlich geht das Tor auf und unserem Decathlon Einkauf steht nichts mehr im Wege.
Wir haben nun noch knapp zwei Stunden Fahrt vor uns zum nächsten Stellplatz in „Port Medoc“, der direkt an der Flußmündung zum Atlantik liegt. Nach Bordeaux fließen die Garonne und die Dordogne zusammen und bilden
Richtung Meer ein rießiges Flußdelta, Die Fahrt zieht sich auf einer ermüdenden Straße mit einigen Schlaglöchern und noch mehr Kreisverkehren. Doch es hat sich gelohnt, der Stellplatz liegt
wirklich wunderschön und ist kaum besucht. Als wir ankommen stellt Uwe sofort fest, dass es sogar Bienenfresser gibt! Der Ruf dieser besonderen Vögel ist einzigartig und man
erkennt ihn sofort. Tatsächlich brüten in der Wand am Ufer einige Paare und beglücken uns mit ihrem wunderschönen aussehen. Uwe packt sofort die Kamera aus und widmet sich den Tieren, die
praktisch direkt vor unserer Nase sitzen.
26.05.26
Eine herrlich ruhige Nacht und wir werden früh vom Bienenfresser „Gesang“ geweckt. Durch unsere Fenster können wir sie schon fliegen sehen. Wir machen einen Spaziergang am Strand entlang und bewundern die Lage der Ferienhäuser direkt dahinter, beschattet von Pinien. Und noch eine Überraschung, ein Wiedehopf stochert im Sand und gräbt sich eine dicke Larve aus, bevor er davonfliegt. Uwe hat ihn mit der Kamera erwischt, die Bilder können wir leider erst zu Hause diesem Blog beifügen.
Nach dem Frühstück packen wir unsere Fahrräder und fahren zum „Pointe de Grave“, hier geht das Flußdelta final in den Atlantik über. Wir steigen auf eine Düne, dort sind 3 junge Menschen, die in offiziellem Auftrag Vögel beobachten und zählen. Auf dem Rückweg kaufen wir noch kurz im Leclerc ein und Uwe widmet sich wieder den „Bienenfressern“ die Unmengen an Libellen und Schmetterlingen verspeisen. Bienen sind hier eher Mangelware.
Ich mache mich an die Campingküche, plötzlich taucht Uwe auf und bittet mich um Hilfe: Im Wasser schwimmt schon seit längerem ein erschöpfter herrenloser alter Hund. Wir gehen beide ans Wasser und locken den Hund zu uns. Er ist offensichtlich fast blind und taub. Ich versuche über die 110 die französische Polizei zu erreichen, doch Fehlanzeige, über die Ansage, dass ich in Kürze verbunden werde, komme ich nicht hinaus. Da hofft man doch, dass man die Polizei hier nicht mal für noch etwas Dringenderes benötigt. Am Halsband des Retrievers finden wir eine deutsche Telefonnummer, doch Uwe erreicht auch hier niemanden. Plötzlich gestikuliert eine ältere Dame am Strand, der Hund gehöre ihr und der kenne sich hier aus und würde hier immer schwimmen – was soll man da sagen! Nun ja, Ende gut – alles gut!
27.05.26
Trotz der Hitze (34 Grad) gefällt es uns hier so gut, dass wir noch eine Nacht verlängern. Doch dummerweise hat Uwes Kamera - oder sein Objektiv einen Defekt -,
leider funktioniert beides nicht mehr miteinander. Zum Glück hat er noch eine zweite Kamera dabei, die allerdings nicht wirklich für Tierfotografie geeignet ist. Aber Bienenfresser und Wiedehopf
sind ja zumindest schon im Kasten! Heute fahren wir mit dem Fahrrad nach „Soulac-sur-Mer“, auf die andere Seite der Halbinsel an die „richtige“ Atlantikküste, denn wir stehen ja eigentlich noch an der Flußmündung,
wenn das auch wegen der Breite, sowie Ebbe und Flut nicht wirklich spürbar ist. Lediglich die Wellen sind sanfter.
Nach ca. 40 Min. stehen wir dann am Atlantik. Kurz vor Soulac ist dort eine Stelle, in der ein Bassin gebaut wurde, so dass man gefahrlos im Meerwasser baden kann ohne direkt ins Meer zu gehen. Schöne Idee und toll umgesetzt. Die Wellen
des Atlantiks sind hier kräftig und es weht zum Glück eine angenehme Briese, die uns die Hitze aushalten lässt. Wir fahren ein Stück weiter und entdecken die Freiheitsstatue. Auf dem Schild ist zu lesen, dass diese auf ihrem Weg nach New
York im 18 Jhd hier wohl vermutlich das letzte Mal französisches Festland gesehen hat. Wir gehen in Soulac noch bummeln und kaufen ein paar Souvenirs bevor wir uns auf den Rückweg machen. Ein
schöner Radweg führt hier durch schattige Kiefernwälder zurück zum Port Medoc. Heute scheint der heißeste Tag zu werden und so beschließen wir erst einmal im Schatten Siesta zu
machen.
28.05.26
Schweren Herzens trennen wir uns heute von dem schönen Platz, den Bienenfressern und den Wiedehöpfen, die morgens nochmal zum Abschied vor unserem Fenster ihr Bestes geben. Heute geht’s weiter nach „Biscarrosse-Plage“, dort buche ich einen Stellplatz in einem Pinienwald am Atlantik, direkt hinter der Düne. Es ist heiß und der Weg zur Autobahn ist zäh, aber nach knapp 3 Stunden haben wir unser Ziel erreicht. Kurz davor fahren an der „Dune du Pilat“ durch, die wir morgen besuchen möchten. Ich mache schon mal ein paar Bilder vom Auto aus, da sie wirklich beeindruckende Ausmaße hat.
Am Stellplatz angekommen, der sich durch einen großen Wald zieht, haben wir ausreichend Auswahlmöglichkeit wo wir uns hinstellen möchten. Die Pinien spenden angenehmen Schatten. Um den Tag noch zu nutzen, fahren wir mit dem Fahrrad an den ca. 4 km entfernten „Lac Biscarrosse“. Hier möchten wir uns etwas abkühlen, denn es ist wirklich unglaublich heiß. Das Seeufer ist wie der Meeresstrand sandig und sehr flach, entsprechend warm ist das Wasser, leicht unter Badewannentemperatur. Dennoch kühlt es in Verbindung mit dem kräftigen Wind doch etwas ab. Auf dem Rückweg nehmen wir den Radweg, der führt uns quer durch die Pinienwälder, bergauf, bergab- gut dass wir E-Bikes haben. Uwe repariert noch einen lädierten Campingstuhl, ein paar Tage sollte dieser noch halten. Später gehen wir noch an den Strand um den Sonnenuntergang zu genießen. Der Strand ist wirklich riesig und wunderschön. Wir laufen bestimmt 2 Stunden spazieren und genießen einfach nur die frische Luft und die Stimmung.
29.05.26
Die Hitzewelle soll heute vorbei sein - und tatsächlich erwachen wir bei angenehm kühlen Temperaturen und einem bewölkten Himmel. Die Nacht war sehr heiß und wir haben alle Fenster im WoMo offen gelassen, um zumindest etwas frische Luft zu bekommen. Trotz des großen Stellplatzes war die Nacht sehr ruhig. Heute möchten wir die „Dune du Pilat“ besuchen, bei den heutigen Temperaturen optimal. Morgens trinken wir unseren Kaffee jedoch noch standesgemäß am Strand. Die „Dune du Pilat“ ist mit dem Fahrrad über schöne Radwege in 21 km Entfernung, also gut einer Stunde mit dem E-bike, erreichbar. Der öffentliche Zugang liegt am nördlichen Teil der Düne und um den Zustieg zu erleichtern ist dort eine Treppe angebracht. Wir machen uns auf den Weg und besteigen die mit ca. 115 m öHhe größte Wanderdüne Europas, die wohl noch immer wächst. Die Aussicht ist wirklich beeindruckend und oben weht ein kräftiger warmer Wind. Die Düne ist 2,9 km lang und 600 m breit. Wir laufen ein Stück am Kamm entlang und genießen die Ausblicke. Bergab geht’s durch den Sand. Unten angekommen lassen wir uns noch einen Crêpe mit Eis schmecken. Auf dem Rückweg merkt Uwe, wie sein Hinterreifen schon wieder Luft verliert. Zum Glück haben wir eine Pumpe dabei und schaffen es noch bis zum Campingplatz. Das bei Decathlon gekaufte Flickzeug kommt nun zum Einsatz und leistet gute Dienste.
30.05.26
Auf nach Bilbao, doch wir machen noch einen Zwischenstopp bei „Labenne-Océan“, dass wir nach knapp 2 Stunden erreichen. Heute ist es 20 Grad kühl und nach den Temperaturen der letzten Tage ist das für uns schon etwas frisch. Direkt neben unserem Stellplatz ist heute zufällig ein Töpfermarkt mit sehr schönen und besonderen Kunstwerken, die wir ausgiebig bestaunen. Danach gehen die 1,5 km zum Strand zu Fuß. Auch hier ein wunderschöner Strand, mit einigen deutsche Bunker aus dem 2. Weltkrieg, unglaublich, wie viele es davon an den ganzen französischen Küsten gibt. Auf dem Rückweg schlendern wir noch durch die schönen Wohngebiete, die hier alle mit großzügigen Gärten angelegt sind. Heute gehen wir früh zu Bett, wir haben noch 2 Stunden bis Bilbao, wo wir auf dem Stellplatz früh ankommen sollten, um noch einen Platz zu ergattern.
31.05.26
Um 7:45 geht’s los, der Himmel ist bedeckt, wir kaufen noch schnell ein Baguette fürs spätere Frühstück in Bilbao und Tanken noch ein paar Liter, denn in Spanien ist der Sprit um ca. 60 Cent pro Liter günstiger. Sonntags ist die Strecke frei und wir kommen nach ca. 2 Stunden am Stellplatz über Bilbao an und es gibt noch ausreichend Platz. Ich frage nach einem Stellplatz ganz vorne mit Sicht auf die Stadt, es ist noch einer frei und wir bekommen Platz 16 – super! Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir mit den Rädern in die Stadt. Mit Google-Maps allerdings eher schwierig, teilweise gibt’s die Abbiegungen nicht oder Maps ist ungenau. In der Stadt unten gibt’s dann Radwege, die muss man aber auch erst finden. Doch wir kommen gut am „Guggenheim Museum“ an. Karten auf 14:00 Uhr habe ich vorsichtshalber Online bestellt, denn es ist Sonntag und es werden wohl immer nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern zugelassen.
Die Architektur des Museums ist schon etwas besonderes und drinnen ist es gut besucht aber nicht überlaufen. Ausgestellt wird Kunst des 20. Jhd. – das meiste aus den 40-60er Jahren. Über Kunst lässt sich bekanntlich nicht streiten, es sind sehr spannende und große Objekte dabei, aber auch welche, bei denen man sich fragt, wie sie es hierher geschafft haben. Nach ca. 2 Std. sind wir erschöpft und lassen uns einen Snack im Guggenheim-Bistro schmecken. Leider nicht zu empfehlen, teuer und mittelmäßig. Uwes Veggieburger hat nach McDonalds geschmeckt. Aber man sitzt schön und das Ambiente zahlt man eben mit.
Wir schlendern noch die Promenade entlang, es gibt überall etwas zu sehen. Gegen Spätnachmittag fahren wir denn mit den Fahrrädern zurück. Google-Maps zeigt uns jetzt einen anderen Weg, es geht Richtung Sackgasse, doch dann geht’s steil bergauf einen schmalen Fußweg. Ich glaube ich bin noch nie so einen steilen Weg hochgefahren. Es fühlt sich an, als würde ich gleich rückwärts vom Fahrrad fallen. Gut, dass wir E-Bikes haben, ohne ginge das glaube ich gar nicht. Uwe hechelt hinter mir her und irgendwann kommen wir doch unbeschadet oben an. Das Foto gleich zeigt ein Stück des Wegs aber die Steigung kann es nicht wirklich darstellen. Abends genießen wir den Blick auf die beleuchtete Stadt bei klarem Wetter und Vollmond.
01.06.26
Wir schlafen aus, denn heute wollen wir Fotos von Bilbao in der Dämmerung machen und haben deshalb noch Zeit. Gegen Nachmittag brechen wir auf, dieses Mal mit dem Bus Nr. 58 der ca. 200 m vom Stellplatz entfernt alle 20 Min. Richtung Stadtmitte fährt. Die Busfahrt ist ein Erlebnis, denn der Busfahrer gibt alles, rote Ampeln und Tempolimits interessieren ihn nicht und bei den Außenspiegeln der parkenden Autos am Straßenrand wird es oftmals knapp. Aber wir kommen heil in der Stadt an. Unsere erste Station ist das „Azkuna Zentroa Alhondiga Bilbao“. Ein riesiges Kulturzentrum, Entworfen von Philippe Stark. Es beherbergt ein Fitnesstudio über mehrere Stockwerke mit Schwimmbad und Dachterrasse, ein Kino, mehrere Boutiquen und Veranstaltungsflächen. Auf jeden Fall einen Besuch wert.
Wir essen eine Pizza und machen uns dann auf den Weg zum Fluß und dem Guggenheim Museum und suchen uns einen guten Platz für die Nachtaufnahmen aus. Doch gegen 22:00 Uhr wird’s eng, denn der letzte Bus Richtung Stellplatz fährt um 22:30 Uhr haben wir uns sagen lassen. Wir sprinten durch die Stadt und erreichen ihn – knapp. Auf der Rückfahrt sind wir das letzte Stück allein im Bus und haben das Vergnügen mit demselben Busfahrer wie auf der Hinfahrt, nur fährt er jetzt noch etwas schneller. Als wir auf dem Stellplatz ankommen fahren jedoch nochmal 2 Busse vorbei, nun ja, da hatten wir wohl falsche Infos. Egal wir sind ohnehin platt, genießen noch eine Weile die herrliche Aussicht und gehen dann ins Bett, um 10:00 Uhr morgen müssen wir den Platz verlassen haben.
02.06.26
Kurz nach dem wir aufwachen, beginnt es zu regnen und hört auch bis zu unserer Abfahrt nicht mehr auf. Wir steuern heute „Capbreton“ an bzw. den dortigen Stellplatz direkt hinter den Dünen. Spanien verlassen wir im Dauerregen, doch in Frankreich sieht es schon sehr viel besser aus. Als wir am Stellplatz ankommen, schaut die Sonne schon wieder durch die Wolken. Ein sehr schöner, weitläufiger Platz empfängt uns. Wir stellen uns direkt an die Dünen. Nach dem Frühstück gehen wir an den Strand und laufen diesen entlang bis zum „L’Estacade de Capbreton“, hier mündet ein Kanal vom naheliegenden See in das Meer. Vor der Küste befindet sich hier wohl ein Tiefseegraben, der bis vor die Küste Nordspaniens reicht, deshalb gibt es hier wohl – wie heute – recht hohe Wellen und das Gebiet scheint bei Surfern sehr beliebt zu sein. Unterwegs sehen wir am Strand wieder einige alte Bunker, und werden von einem kräftigen Regenschauer überrascht, aber wir haben ja unsere Quechua Regencapes dabei – nicht schön, aber wirksam! Doch der Regen hört nach ca. 15 Min. wieder auf und die Sonne bricht nun endgültig durch. Wir schlendern jetzt im T-Shirt durch das hübsche Städtchen mit einer sehr schönen „Shopping-Maile“ zurück zum Stellplatz. Unterwegs kaufen wir noch ein paar Souvenirs und lassen uns einen Crêpes mit Vanilleeis schmecken. Beim windigen aber sehr schönen Sonnenuntergang beobachten wir noch einen Gleitschirmflieger, der mit großer Ausdauer die Dünen hoch und runter schwebt, muss genial sein.
03.06.26
Die Sonne weckt uns morgens und wir trinken unseren Kaffee am Strand in der Sonne. Baguette bringt der Bäcker gegen 9:00 mit seinem Lieferwagen und verhilft uns so
noch zu einem ausgiebigen Frühstück. Nach einem letzten Dünenspaziergang verabschieden wir uns vom Atlantik und fahren Richtung Périgueux - unserer nächsten Station.
Nach ca. 3 Stunden Fahrt erreichen wir den Stellplatz in Périgueux – stadtnah, in einem Wohngebiet, aber sehr ruhig. In ca. 20 Min. sind wir zu Fuß in der Stadt, die gar nicht so klein ist. Viele mittelalterliche Gassen und Gebäude, wirklich wunderschön zum Durchschlendern. Es gibt unzählige sehr besondere Shops und Restaurants. Im „Green Lion“ sehen wir ein Auto an der Decke hängen und kommen mit dem Inhaber des Restaurants, Marco, ins Gespräch. Ein Sizilianer, der hier schon viele Jahre lebt und das Restaurant mit Herz und Seele betreibt. Wir treffen noch einige weitere sehr offene Personen, mit denen wir uns auf „Frenglisch“ unterhalten. Bei Marco essen wir eine leckere Pizza mit Ziegenkäse, Honig und Wahlnüssen und einen tollen Salat. Als es dämmert nutzen wir die Gunst der Stunde noch für einige Nachtaufnahmen und fallen dann erschöpft ins Bett.
4.6.26
Der Regen weckt mich und ich mache schnell die Dachluke zu. Wir schlafen aus und machen es uns dann mit einem Kaffee im Camper gemütlich. Mit Regenschirm bewaffnet gehe ich Baguette in der nahen Confiserie kaufen und komme nicht an 2 sehr gut aussehenden Gebäckstückchen vorbei, wir brauchen ja schließlich wieder was zum Kaffee und den Périgueux-Nußkuchen, den wir gestern gekauft haben, können wir auch noch später essen. Da unser Stellplatz jetzt aussichtstechnisch nicht so der „Burner“ ist, fahren wir direkt weiter. Über „Park-4-Night“ haben wir einen Stellplatz in „Charroux“ in der Auvergne gefunden, Der Platz ist kostenlos und muss eine Wahnsinns Aussicht haben und das Dorf „Charroux“ scheint auch schön zu sein. Nach 3 Stunden Fahrt im Dauerregen kommen wir auf dem sehr schönen Wiesenplatz an und stellen uns direkt vorne an den Hang mit wirklich fantastischer Aussicht. Hier genießen wir nun die Kuchen die ich morgens gekauft habe, ein Gedicht!!! Sowas können eben nur die Franzosen!
Das Wetter klart auf und wir schlendern die 600m in das Städtchen, das wirklich wunderschön ist. Leider heute etwas im „Dornröschenschlaf“, es ist eben noch Vorsaison und nicht wirklich viel los bei dem wechselhaften Wetter. Uwe zeigt noch kurz einem Franzosen wie er mit seiner Kamera eine Makro-Aufnahme machen kann, die kleine Schnecke will ja schließlich mit in die Kamera. Als wir Hunger bekommen, mache ich uns einen Salat im Camper, mit leckeren Tortillas.
Nach dem Essen genießen wir weiter die Aussicht, doch es ziehen Wolken auf und plötzlich beginnt es doch wieder zu Regnen und es bildet sich ein herrlicher Regenbogen direkt über unserem Camper. So kann ein Tag zu Ende gehen!
Fortsetzung folgt...
Herzlichst, die Sternegucker - Uwe & Marianne
