13.12.2025
Am Samstag starten wir zur ersten Etappe unserer Fotoreise. Da die vergangenen Wochen sehr stressig waren, fahren wir einfach mal los mit Grobziel Spanien. Um 10:30 starten wir. Nachdem wir den
Wetterbericht gecheckt haben sind wir erst einmal etwas ratlos, denn im Süden ist das Wetter aktuell schlechter als bei uns. Vom Mittelmeer schiebt sich eine fette Sturmfront über den ganzen
Süden Spaniens und Frankreichs. Nun dann bleiben wir eben etwas weiter oben. So entscheiden wir uns den ersten Zwischenstopp in Chatillon-sur-Chalaronne zu machen. Nicht weil wir den Ort gut kennen, sondern weil dort - kurz vor Lyon - ein Camping-Car-Park Stellplatz liegt, der sich nett anhört. Unterwegs wechseln sich
schöne sonnige Abschnitte mit Nebelbänken ab. Leider liegt Chatillon-sur-Chalaronne heute in einer der Nebelbänke. Der Stellplatz liegt neben einem Hallenbad und ist ganz o.k. Wir laufen abends
noch in den netten Ort und bewundern die kreative Weihnachtsbeleuchtung und die wunderschöne Markthalle.
14.12.2025
Nach einer sehr ruhigen Nacht wollen wir heute nochmal bei Tageslicht in die Stadt gehen. Schönerweise ist die Markthalle heute belebt mit einem tollen Töpfermarkt. Wunderschöne Sachen finden wir
hier und holen uns noch ein Baguette, Croissantes und zwei Flam (Vanillekuchen) in einer Boulangerie. Nach dem Frühstück gehts dann weiter. Wir wollen uns heute kurz nach Lyon mit unserne
Freunden Stefan und NIcole mit ihrem süßen Hund Elmo aus der Oberpfalz treffen, die auch wieder auf dem Weg in den Süden sind. Nach kurzer Abstimmung beschließen wir uns an einem kleinen
kostenlosen Stellplatz in "Chateau de Chateauborg" zu treffen. Der Name
macht Eindruck. Nach ca. 2 Stunden Fahrt kommen wir an dem kleinen Stellplatz an. Ein wirklich süßer Platz und kurz darauf kommen auch Nicole und Stefan. Wir trinken einen kleinen Begrüßungssekt
und machen uns dann auf den Weg den Ort zu erkunden, was recht schnell geht, leider gibts hier außer einem Weingut ... nichts :) Wobei man den Ort gut als Ausgangspunkt für einige schöne
Wanderwege nutzen kann ... Wir spielen eine Rounde Boule - also einen Boule-Platz gibt es! - das Männerteam feiert einen fulminanten Sieg und gemeinsam zaubern wir ein leckers Camperabendessen
aus Kürbissuppe, Salat und Spaghetti Aglio e Olio und verbringen einen tollen Abend zusammen.
15.12.2025
Bei frischen 5 Grad scheint heute morgen zumindest die Sonne, doch weiter im Süden herrscht immer noch Unwetter. Wir schauen auf die Wetterkarte und stellen fest, das es in Avignon noch einigermaßen gut sein müsste. Dort gibt es einen Campingplatz von dem man fußläufig in die Stadt kommt. Den beschließen wir gemeinsam anzusteuern. Der Platz heißt "Bagatelle" und wir werden dort freundlich begrüßt. Ja der Platz ist in die Jahre gekommen und das Sanitär noch aus den 70er/80er Jahren, aber es ist sauber und die Stadtnähe ist einfach unbezahlbar. Wir erkunden gemeinsam die Stadt, den großen Papstpalast - wahnsinn - und die schönen Gässchen, die heute - naja es ist Montag - recht überschaubar besucht sind. Das Abendessen verbringen wir in der wunderschönen L'Épicerie de Ginette, ein sehr liebevoll eingerichtetes Bistro in dem wir uns Tartines chaudes und leckeren Wein aus dem Luberon schmecken lassen. Wir schlendern noch durch die wunderschön weihnachtlich geschmückte Stadt und bewundern wieder einmal wie liebevoll die Franzosen/innen ihre Städte zu verschiedenen Festlichkeiten schmücken.
16.12.2025
Die letzte Nacht hat es kräftig durchgeregnet. Auf dem Campingplatz stehen überall große Wasserpfützen und es ist eine Herausforderung trockenen Fußes zu den Sanitärräumen zu gelangen. Wir
frühstücken noch und brechen dann auf. Adieu Avignon, uns zieht es ans Meer. Wir starten heute nach Leucate Plage, in "Park for Night" habe ich dort einen vielversprechenden Stellplatz endeckt. Aktuell ist er in Google noch gar nicht richtig eingetragen.
Das Navi führt uns recht lang über die Landstraße, dann endlich auf die Autobahn, viele Ausfahrten sind jedoch gesperrt, irgendwas scheint los zu sein. Nachdem uns Google-Maps dann an einer
Ausfahrt fehlausleitet wissen wir was: Es gibt Bauernproteste in Frankreich und die Bauern blockieren die Autobahnauffahrten. Pech für uns denn jetzt müssen wir Überland weiterfahren. Aber wir
haben zum Glück nur noch 1 Stunde. Unterwegs haben wir alle Wetterlagen: Sonne, wolkenbruchartige Regenschauer, wieder sonnige Abschnitte, doch der Wetterbericht hat nicht zu viel versprochen. In
Leucate wartet die Sonne auf uns :) Als wir ankommen ist der Stellplatz noch komplett leer und so können wir ganz vorne einen Platz mit Blick auf das Meer belegen. Wow, was für ein schöner
Platz!!! Können wir nur empfehlen! Das Meer ist sehr stürmisch und aufgewühlt und es fühlt sich eher an als wären wir am Atlantik. Wir machen noch einen Spaziergang am Strand und genießen die
frische Meerluft.
17.12.2025
Wir werden von einem wunderschönen Sonnenaufgang gewecket, Uwe fotografiert noch zum Fenster raus, denn es hat frische 12 Grad. Nach dem ersten Kaffee aus unserer Bialetta ziehen wir uns an und machen einen Strandspaziergang. Es ist fast windstill und so wird es in der Sonne gleich schön warm, so dass wir zum ersten Mal draußen Frühstücken können. Später fahren Nicole und ich nach Porte Leucate, eigentlich wollen wir auf den Wochenmarkt dort, sind aber doch etwas spät dran und trinken so nur einen Café au lait und kaufen Kuchen für Uwe und Stefan. Auf dem Rückweg kommen wir noch am Austerndorf "Village Ostréicole" vorbei, hier gibts entlang am Kanal der den "Etang de Leucate" mit dem Mittelmeer verbindet, ganz viele kleine schnuckelige Austernbars, in denen man Austern und andere Meeresfrüchte ganz frisch zu günstigen Preisen probieren kann. Uwe und ich essen ja keine Meeresfrüchte, doch wir wandern abends mit Nicole und Stefan nochmals hierher, da die beiden hier unbedingt frische Austern probieren möchten. Es wird ein sehr schöner Ausflug mit vielen Eindrücken und bei bestem Wetter gehen wir wieder am Strand entlang zurück zu unserem Stellplatz wo wir den Abend bei Spaghetti und französischem Käse am Meer ausklingen lassen.
18.12.2025
Ein kräftiger Wind zerrt heute morgen ganz früh an unserer "Merle" und weckt uns noch vor Sonnenaufgang. Für den Strandspaziergang müssen wir uns deshalb winddicht einpacken. Gefrühstückt wird heute definitiv drinnen. Doch wir lassen uns nicht abschrecken und packen nach dem Frühstück unsere Fahrräder, wir möchten noch ein Stück entlang des Etange Leucate fahren. Wir verlassen den Radweg auf einen Wanderweg, bald geht mit dem Fahrrad nichts mehr, es wird zu steinig. Die Fahrräder lassen wir zurück und wandern am See entlang zu einer kleinen Bucht. Die Sonne bleibt uns treu und so sind die Temperaturen trotz des starken Windes noch annehmlich. Kurz nach dem Mittag sind wir zurück und beschließen Stefan, Nicole und Elmo zum nächsten Stellplatz kurz nach er spanischen Grenze zu folgen.
Wir schaffen es noch auf die Autobahn, denn die französischen Bauernstreiks gehen wohl in die nächste heiße Phase und schon wieder ist eine Autobahnauffahrt gesperrt. Als wir die Grenze nach Spanien erreichen sind wir erleichtert, hier sollte alles glatt laufen :) Nach ca. 1,5 Stunden kommen wir am Stellplatz Cami del Joncar an. Hier kann man frei stehen, der Platz liegt am Fluß El Fluvia und an einem herrlichen, kilometerlangen Sandstrand, an ein Naturschutzgebiet angrenzend. Wir gehen noch mit Stefan, Nicole und Elmo spazieren und kochen gemeinsam thailändisches Camper-Essen und lassen den Abend mit einem Gläschen Wein und schönen Gesprächen ausklingen.
19.12.2025
Heute gehts weiter Richtung Süden, wir möchten wieder einen Abstecher ins Ebro Delta machen. Dort soll das Wetter gut sein und der Stellplatz, den wir schon kennen, liegt einfach perfekt am "El Clot", einer großen, mit dem Meer verbundenen, Lagune. Wir lassen Barcelona und Tarragona links liegen und kommen gegen Spätnachmittag in dem friedlichen Flußdelta an. Wir stellen uns wieder - ruhig, schön und kostenfrei - auf den Stellplatz "Camper Area Aposta" und genießen noch die letzten warmen Sonnenstrahlen, immerhin haben wir hier heute 17 Grad. Bei Kaffee, Kuchen und französischem Käse lassen wir es uns gutgehen. Danach bei einem kurzen Abendspatziergang sehen wir hunderte Flamingos, Brachvögel in Flugformation, Silberreiher und einen kleinen Eisvogel - ein wirkliches Vogelparadies hier. Heute Abend wollen wir das Restaurant "La Case de Fusta" testen, das direkt neben dem Stellplatz liegt. Wir sind die einzigen Gäste im Restaurant, nebenan ist noch eine Weihnachtsfeier, aber trotzdem werden wir sehr freundlich bedient. Wir essen - natürlich - eine Paella, Stefan und NIcole mit Meeresfrüchten, Uwe und ich mit Gemüse, beides seeehr lecker und empfehlenswert :)
20.12.2025
Nach einem Morgenspaziergang, auf dem wir zwei Eisvögel gesehen und Uwe ungefähr 200 Bilder von den beiden gemacht hat, frühstücken wir und holen uns dann eine neue spanische Gasflasche auf dem Stellplatz. Der freundliche Spanier, mit dem wir uns zweisprachig (er spanisch, wir englisch) und in Zeichensprache unterhalten, hat einen Minishop am Stellplatz, super Service, vor allem im Winter, wo hier nicht viel los ist. Frisch gestärkt machen wir uns auf und fahren mit den Fahrräden ans Meer und zwar an die "Playa del Trabucador" - der Strand ist ein dünner Sandstreifen der zu einer Sand-Halbinsel führt, die zwischen dem MIttelmeer und einer Lagune liegt, in der tausende von Flamingos vor sich hindösen. Die Sonne kommt raus und wir geniesen den - sicherlich nur im Winter - recht einsamen wunderschönen und sehr weitläufigen Sandstrand und die herrliche Aussicht. Auf dem Weg dorthin kommen wir an vielen winzigen - vermutlich ehemaligen Fischer- oder Reisbauernhäusern - vorbei, die man am liebsten kaufen und als winziges Ferienhaus umbauen möchte. Abends bewundern wir wieder einen herrlichen Sonnenuntergang von der Vogelwarte neben unserem Stellplatz aus.
21.12.2025
Heute morgen machen wir noch einen Spaziergang und holen uns ein Baguette im Restaurant, dann gehts weiter Richrung Valencia. Wir haben dort für 2 Nächte einen Stellplatz gebucht, den Eco Area El Saler beim Parc Natural de L'Albufera. Hier war 2024 im Herbst die heftige Überschwemmung, doch der Stellplatz wurde verschont. Wir fahren aus dem Ebro Delta über eine sehr schmale Straße, links und rechts von uns Reisfelder. Entgegenkommen sollte nichts großes, wie machen die das hier wohl in der Hauptsaison? Wir fahren etwas über Land, um die Landschaft noch auf uns wirken zu lassen. Diese ist immer mehr geprägt von Orangen- und Mandarinenbäumen, je weiter wir Richtung Valencia kommen. Auf dem Stellplatz werden wir freundlich empfangen, nachmittags gibt es sogar einen Weihnachts-Cava. Wir schnappen uns die Fahrräder, denn wir wollen noch in den Naturpark L*Albufera fahren. Wir packen uns warm ein, denn die Sonne macht sich rar und es ist recht windig. Leider kommen wir an vielen geschlossenen Orten vorbei, liegt evtl. auch daran, dass wir sonntags unterwegs sind. Dennoch genießen wir die Weite der Landschaft, alles ist von Kanälen und Wasserbecken überzogen. Wir schauen uns noch "El Palmar" an, wo es viele Restaurants gibt und die Menschen - trotz des nicht sehr freundlichen Wetters - auch auf den Terrassen sitzen, dann drehen wir um und fahren zurück zum Stellplatz. Wir freuen uns auf eine warme Dusche, doch leider sind die Boiler hier komplett überfordert. Der Platz ist voll und demnentsprechend wollen viele eine warme Dusche nehmen bei dem Wetter ... aber kaltes Wasser soll ja gesund sein und so begnügen wir uns heute mit einer kalten Dusche, aber dafür einem warmen Camper-Essen mit Tortillas und freuen uns auf den morgigen Tag in Valencia, es sind 7 Sonnenstunden prognostiziert...
22.12.2025
7 Grad heute morgen... ui ... ganz schön frisch, aber der Wetterbericht hat Wort gehalten, wir haben den ganzen Tag Sonne. Gegen 10:30 Uhr starten wir die 30 minütige Radtour nach Valencia. Der Wind ist frisch und wir packen und gut ein. Nach einem kurzen Stück Straße geht es bis Valencia am Meer entlang und auf gut ausgebauten Radwegen. Auch der große Hafen kommt in Sichtweite.
Mit ca. 800.000 Einwohner*innen ist Valencia die drittgrößte Stadt Spaniens (hinter Madrid und Bacelona) und in der Vorweihnachtszeit ist hier entsprechend richtig was los. Wir starten in der "Ciutat de les arts i les Ciencies" - des aus mehreren eindrucksvollen und großen Gebäuden bestehende Architekturparks, der 1998 schrittweise eröffnet wurde und als ein modernes kulturelles Zentrum mit Wissenschaftsmuseum, Planetarium, Aquarium und Oper im trockengelegten Flussbett des Turia entstand. Uns zieht es bereits zum zweiten Mal hierher, weil es etwas abseits vom lauten Rummel der Stadt ist und die Gebäude wirklich wunderschön entworfen sind und man sich hier einfach wohlfühlt. In jedem Mann steckt auch ein Kind heißt es so schön und Uwe muss natürlich in dem flachen Wasserbecken eine Runde mit dem Fahrrad drehen. Als er rauskommt haben wir jedoch eine Schreckminute, er stürzt auf dem rutschigen Boden und knallt rücklings auf den Beton. Etwas benommen stellen wir fest, dass nichts gebrochen ist und auch die Kamera, die in seinem Rucksack war und ihn samt diesem "abgefedert" hat, noch voll in Takt ist. Daraufhin machen wir erst mal eine Pause und stärken uns mit einem Capuccino und Mozzarelle Bagels.
Danach geht's in den "Mercat Central", die riesige Markthalle, denn die hat nur noch bis 16:00 Uhr geöffnet. Der Verkehr ist der Wahnsinn, aber für Fahrräder gibt es meist eine Spur und gute "beampelte" Überwege. Die Markthalle ist immer wieder beeindruckend, das Angebot geht von Gewürzen, über Obst und Gemüse bis zu Serano Schinken, Austern und ... eigentlich alles was man sich vorstellen kann. Wie immer ist es sehr belebt hier. Wir beschränken uns auf Obst, Gemüse und ein paar Gewürze. Anschließend bummeln wir noch durch die Einkaufsmeile, hier herrscht reger Vorweihnachtstrubel, scheinbar wird in Spanien doch noch direkt eingekauft und nicht übers Internet. Eher zufällig finden wir uns in einer zweiten Markthalle wieder, auf dem "Mercat de Colon", hier ist alles etwas edler, eher wie bei einem Weihnachtsmarkt, mit Kunsthandwerksständen und Restaurants.
Uwe will noch Nachtaufnahmen der "Ciutat" machen und so gehen wir langsam wieder in das trockene Flußbett des Turia. Ein schöner Park ist dort angelegt mit Palmen, die besonders die grünen Großsittiche lieben, die es hier in großer Zahl gibt. Am "Gulliver Park", einem großen Spielplatz für Kinder, steht ein Straßenkünstler und macht Seifenblasen für die Kinder, die eben vom Spielplatz kommen. Es ist wunderschön anzusehen, wie sich die Kinder tatsächlich noch über Seifenblasen freuen können und auch wie der Straßenkünstler sichtlich Freude daran hat. Als es dann dunkel wird machen wir nochmals Bilder der beleuchteten Ciutat, bis wir schließlich nach über 8 Stunden ziemlich erschöpft und verfroren mit dem Fahrrad zurück zum Stellplatz fahren. Jetzt gibt's erst einmal eine heiße Suppe ... Valencia ist einfach immer wieder einen Besuch wert.
23.12.25
Heute morgen machen wir noch einen Spaziergang an den Strand bei herrlichem Sonnenschein aber frischen Temperaturen. Danach packen wir zusammen, wir haben über Heilig Abend einen Campingplatz
reserviert "El Portus" - in der gleichnamigen Bucht, in der Nähe von
Cartagena. Hier treffen wir uns wieder mit Stefan, Nicole und Elmo. Wir entscheiden uns für die etwas kürzere Route durchs Hinterland, nicht wissend, dass es dort heute sehr starke Winde hat.
Durch die großen Hochebenen pfeifft ein mächtiger Strum und wir haben wirklich zu tun um unsere "Merlei" in der Spur zu halten. Wir sehen einige Camper mit Anhänger, die rechts ran gefahren sind
und vermutlich abwarten bis die Sturmspitzen vorbei sind. Gut durchgeschüttelt geht's weiter an Murcia vorbei durch sehr dichten Verkehr, die Menschen sind wohl im Weihnachtsstress und so gibt es
einiges Gedängele und Gehupe. Im Mercadona kaufen wir noch für die Feiertage ein und sind froh gegen 16:00 Uhr am Campingplatz anzukommen. Wir schauen uns noch die schöne Bucht an und nach
Spaghetti mit Veggi-Bolognese fallen platt ins Bett und hoffen trotz der pulsierenden Weihnachtsbeleuchtung unserer britischen Campingnachbarn schlafen zu können.
24.12.25
Trotz anderslautendem Wetterbericht haben wir heute einen super sonnigen Tag mit ca. 17 Grad - und damit den wärmsten bisher seit wir in Spanien sind. Wir packen die kurzen Hosen aus und Nicole
traut sich sogar ins Meer. Wir kochen gemeinsam ein Weihnachtsessen und genießen die Sonnenstrahlen. Zur Bescherung bekommen wir von Nicole und Stefan zwei "Hoptimisten" geschenkt - danische
Designklassiker die Lächeln, Freude und Energie bringen sollen. Wir freuen uns und haben viel Spaß miteinander :)
25.12.25
Auch heute stimmt der Wetterbericht nicht, nur dass es seit heute Nacht regnet - es war eigentlich trocken vorausgesagt. Gegen 9 Uhr hört der Regen auf und wir machen einen Spaziergang am Strand
entlang und klettern etwas an den Felsen hinauf. Vor der Bucht ankern einige Containerschiffe, die wohl den Hafen von Cartagena anfahren möchten. Der Regen hält bis zum Mittag an. Als dieser
nachlässt machen wir eine kleine Wanderung in die Nachbarbucht in das winzige Fischerdorf El Portus, in dem sich die Einwohner wehement gegen die Enteignung ihrer Häuser für Hotels und
Ferienanlagen wehren - zurecht! Das Meer ist hier als Lebensgrundlage allgegenwärtig - auch mit den schönen Malereien im Dorf. Süß auch die kleine Kapelle Ermita del Portus mit
ihren gelben Stufen. Nachmittags können wir dann doch noch ein bißchen raussitzen, die Sonne lässt sich sehen und wir spielen noch ein paar Runden "Stadt-Land-Klugscheißer" mit Nicole und Stefan.
Das Restaurant am Campingplatz hat abends leider geschlossen, wir wollten eigentlich auf Pizza ausweichen, aber so gabs Tortilla mit Gemüse und Kürbisbratlingen .. auch lecker...
Allen die uns hier folgen wünschen wir noch schöne Weihnachtsfeiertage!!!
26.12.25
Heute geht es weiter Richtung Süden nach "Puntas de Calnegre" auf den Stellplatz "Aera Sol Calnegre", dieser liegt nur wenige Meter vom Meer entfernt sehr ruhig unterhalb der Gemüseplantagen, die hier in Südspanien nun beginnen. Man nennt es auch das "Plastikmeer", denn unter vielen Planen wird hier unter anderem Gemüse für uns MIttel- und Nordeuropäer angebaut. Auf Empfehlung entscheiden wir uns für die etwas längere Strecke, die an der Küste entlang geht und bereuen es nicht, wir haben wunderschöne Ausblicke und genießen die Fahrt sehr. Am Stellplatz angekommen bekommen wir sogar noch einen Platz ganz vorne, so dass wir einen schönen Blick auf das Meer und die Berge haben. Zum "Nachmittagessen" gehen wir am Strand entlang nach Calnegre in die "Bar Restaurante El Faro de Puntas". Wir essen dort sehr lecker und günstig, sehr empfehlenswert! Danach fahren wir mit dem Fahrrad am "Punta de Calnegre" entlang, hier geht der Sandstrand in Felsen über und man fährt bergauf, bergab - immer zu einer neuen Bucht bis zur Playa del Siscal, von dort machen wir wieder kehrt. Wir haben wunderschöne Aussichten aus und in die Buchten. Unterwegs begegnet uns noch eine Hufeisennatter, die aber wohl (sagt Google) nicht giftig ist. Sie hatte ohnehin mehr Angst vor uns als wir vor ihr.
27.12.25
Ein herrlicher Sonnenaufgang macht uns wach. Wir kriechen aus dem Bett und mit einem Kaffee bewaffnet gehen wir an den Strand und machen noch einen Spaziergang durchs "Dorf" Calnegre, mehr ist es wirklich nicht, eine kleine aber sehr süße Häuseransammlung. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Nicole, Stefan und Elmo, die ab hier eine andere Route einschlagen. Wir beschließen heute zur berüchtigten "Schlangenbucht" zu wandern. Die "Playa Percheles" war lange eine Frei-Steh-Camperbucht, was aber seit letztem Jahr verboten ist. Wir wandern am Strand entlang und den Hügel hinauf, zum Glück haben wir unsere Quechua Regenponchos dabei, denn auf halbem Weg fängt es an zu regnen. Wir gehen trotzdem weiter und kommen nach ca. 1 Stunde in der Bucht an. Sie ist wirklich - selbst bei Regenwetter - wunderschön! Auf dem Rückweg fängt es dann richtig an zu schütten, als wir vom Hügel runter auf die Straße kommen, hat sich ein Teil davon in einen Fluß verwandelt. Es bleibt uns nichts anderes übrig als duch kniehohes Wasser zu waten. Entsprechend naß kommen wir am Wohnmobil an. Der Platz hat zum Glück einen Trockner, in den wir unsere Hosen und Wanderschuhe postwenden verfrachten, leider inklusive Uwe*s Sonnenbrille. Gegen Spätnachmittag essen wir noch eine Kleinigkeit im "Restaurante Marabu", das qualitativ aber nicht an das "El Faro" herankommt. Abends besprechen wir uns und entscheiden uns doch noch ein kleines Stück weiter südlich zu fahren und uns noch Almeria anzuschauen - wir haben ja noch eine gute Woche und das Wetter weiter nördlich ist aktuell nicht sehr einladend. Mehr dazu dann morgen :)
28.12.25
Um 5:00 Uhr morgens beginnt es zu Gewittern und zwar richtig heftig. Ich schaue auf die Wetter-App und siehe da, Almeria versinkt jetzt doch zwei Tage im Regen. Gegen 6.00 Uhr ist an Schlaf nicht mehr zu denken, draußen herrscht Weltuntergangsstimmung. Ich storniere die Übernachtungen in Almeria und wir entscheiden uns Richtung Norden zu fahren - und zwar sofort. Nachdem wir am Tag vorher schon zu Fuß fast nicht mehr über die überflutete Straße gekommen sind, wollen wir verhindern, hier auf dem Platz womöglich fest zu sitzen. 7:15 Uhr sind wir startklar, aber das Tor am Stellplatz öffnet sich nicht. Nach dem zweiten Anruf beim Besitzer kümmert dieser sich darum und 5 Min. später geht das Tor auf und wir sind auf dem Weg Richtung Autobahn. Dort erst einmal angekommen sind wir erleichtert und geben Gummi Richtung Norden. Es ist Sonntagfrüh und so sind wir erst noch fast allein unterwegs und können Strecke machen. Ein diesiger Sonnenaufgang begrüßt uns irgendwann. Wir entscheiden uns die etwas längere Route an der Küste entlang zu nehmen, denn Richtung Berge sieht es übel aus, schwarze Wolken hängen tief und es blitzt und donnert. Wir fahren heute über 900 km, an Valencia vorbei wo es heute ebenfalls zu heftigen Regenfällen mit Überflutungsgefahr kommen soll, weiter an Barcelone vorbei. Irgendwann sehen wir rechts fürchterliche Hochhäuser - Benidorm - häslicher gehts nicht. Beim zweiten Kaffeestopp schauen wir auf die Wetterkarte und entschließen uns Cadaques anzusteuern. Das liegt kurz vor der französischen Grenze, ein wunderschöner Ort, den wir vor 3 Jahren schon einmal besucht haben. Gegen 19:00 Uhr kommen wir schließlich ziemlich fertig in Cadaques bzw. am Stellplatz in Portlligat an. Bei der Einfahrt sehen wir 3 Wildschweine gemütlich über den Platz wandern. Wir Essen noch eine Kleinigkeit und fallen kaputt in die Koje.
29.12.25
Nach einer sehr ruhigen Nacht gibt"s Kaffee auf einer Bank in der Bucht von Portlligat. Das Licht ist hier morgens wunderschön, sicherlich hat sich Salvador Dali auch deshalb diesen Ort zum
Wohnen ausgesucht. Unser Stellplatz ist eigentlich der Parkplatz des Salvador
Dali Hauses in Portlligat, aber in den Wintermonaten kann man hier kostenlos stehen. Wir beschließen in Cadaques zu frühstücken, das ist einmal über den Hügel ca. 15 MIn. Fußweg entfernt vom
Stellplatz. Wir setzen uns direkt ans Wasser und Frühstücken in der Sonne - Omelett in der "Maritim Bar". Danach schauen wir uns Cadaques an und sind den ganzen Tag unterwegs, entlang am Felsstrand und durch die Häusergassen. Nachmittags
gibt's noch einen Imbiss in der Bar "Casino". Hier herrscht Hochbetrieb
und buntes Treiben, sind wir nicht in der Nebensaison? Uns scheint, das viele Cadaques über Silvester angesteuert haben, viele Franzosen/innen, Italiener/innen und Spanier/innen sind hier heute
unterwegs, natürlich auch, wie überall, viele Deutsche. Die Stadt ist einfach ein Juwel, da sie nicht touristisch verbaut, sondern noch sehr ursprünglich ist. Nur die Anfahrt ist etwas
beschwerlich über eine ca. 15 km lange Serpentinenstraße, das war gestern bei Dunkelheit schon ziemlich herausfordernd. Das Wetter bleibt den ganzen Tag herrlich sonnig und wir sind froh, die
Entscheidung getroffen zu haben, hierher zu fahren.
30.12.25
Auch heute trinken wir unseren Kaffee in der Bucht von Portlligat und genießen den Sonnenaufgang. Gestern haben wir uns zwei neue Kaffeebecher gekauft, die wir heute natürlich gleich einweihen. Farbenfroh beginnt der Tag. Nach dem Frühstück satteln wir unsere Räder, wir möchten heute eine Radtour zum "Far de Cala Nans" machen, einem alten Leuchtturm an der Küste, südlich von Cadaques. Gut, dass wir Mountainbikes haben, denn der Weg ist sehr steinig und holprig, ich seh auch außer uns keine Fahrräder, gibts sowieso nicht viele in Cadaques. Wir fahren bis ca. 1 km vor dem Leuchtturm ein Verbotsschild erscheint. Nun ja, der Weg wird hier ziemlich schmal und so ist es nachvollziehbar, dass ab hier nur noch Fußgänger erlaubt sind. Wir schließen die Fahrräder ab und wandern bis zum Leuchtturm. Unterwegs haben wir wunderschöne Ausblicke in verschiedene Buchten. Nachdem wir wieder zurück in Cadaques sind, stärken wir uns in der Bar "Casino" mit Cafe con Leche und Baguettes. Da wir in Portlligat auf einem Freisteher-Platz ohne Ver- und Entsorgung stehen und uns langsam das Wasser ausgeht, gehen wir noch einkaufen 2 x 8 Liter Kanister, das sollte uns bis morgen reichen. Nach unserer Rückkehr legen wir uns noch in die Sonne. Abends gehen wir in Portlligat an der Küste spazieren und besuchen nochmals das Dali Haus - zumindest von außen, besichtigt haben wir es schon vor 3 Jahren (siehe Blog Winter 2022/23).
31.12.25
Wieder ein herrlicher Morgen in Portlligat. Heute fahren wir jedoch gleich weiter, wir möchten für Silvester noch einen Platz am Meer in Südfrankreich finden, damit der Rückweg etwas kürzer wird.
Da die kostenlosen Plätze meist schon früh belegt sind und wir außerdem Frischwasser benötigen und dringend Abwasser entsorgen müssen, entscheiden wir uns nochmals an den schönen Stellplatz in Leucate Plage zu fahren, an dem wir auch bei der Anreise schon 2
Nächte verbracht haben. Doch zuerst müssen wir die 20 km Serpentinenstraße wieder Richtung Autobahn fahren, vor uns fährt ein französisches WoMo und macht uns den Weg frei. Am Pass oben sehen wir
dann die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen, die uns auch bis zur Grenze nach Frankreich weiter begleiten. Der Stellplatz in Leucate Plage ist von den vielen Regenfällen etwas "gesättigt" und
wir finden noch einen Platz direkt vorne mit Blick aufs Meer, der nicht ganz unter Wasser steht. Heute haben wir hier nur 9 Grad und es ist windig, deshalb packen wir uns warm ein, denn Uwe will
noch mit dem Fahrrad noch Port Leucate fahren. Der Wind bläst kräftig und trotz warmer Kleidung sind wir gut durchgefrohren als wir ankommen. Wir schauen uns den Hafen an und kaufen leckeres
Gebäck in einer Boulangerie, das es später im WoMo zum Kaffee gibt. Die Sonne geht über dem Etang de Leucate in den Bergen unter und taucht alles in ein wunderschönes Silvesterabend-Licht.
Wir wünschen allen die uns begleiten einen guten Übergang ins Neue Jahr. Möge es uns allen ganz viel Gesundheit, Zufriedenheit, Frieden und Optimismus bringen - verbunden mit der Achtung vor allen Menschen und Lebewesen sowie der wunderbaren Natur, mit der / denen wir diese Erde teilen!
1. und 2.1.26
Wir schlafen heute an Neujahr aus und machen nochmals einen letzten Strandspaziergang. Das Wetter zieht zu, aber die Sonne zeigt sich noch hin und wieder. Nach dem Spaziergang frühstücken wir
nocheinmal mit Blick aufs Meer und machen uns dann auf den Weg Richtung Heimat. Rund 900 km liegen noch vor uns, die wir in 2 Etappen zurücklegen möchten. Heute ist unser Ziel der Stellplatz St.
Vulbas kurz nach Lyon, grade so auf halber Strecke. Wir kommen gut durch und es wird eben dunkel als wir dort eintreffen, bei kalten -4 Grad .. brrrr.. aber das Wetter ist gut. Wir verbringen
eine ruhige Nacht auf dem Camping-Car-Stellplatz. Der Ort ist klein und
es gibt hier nichts besonderes, aber es ist ruhig, direkt nebenan ist ein Tiergehege mit Pferden, Eseln, Schafen und Ziegen, die der Kälte trotzen.
Am 2.1. wachen wir früh auf und holen uns in der nahe gelegenen Bäckerei frisches Baguette und Croissants, dann machen wir uns auf den Heimweg - letzte Etappe. Wir frühstücken
unterwegs auf einer Raststätte. Irgendwann fängt es dann leicht an zu schneien, aber die Straßen bleiben frei und gegen 16:00 Uhr treffen wir - nach fast 4000 km - wieder wohlbehalten in Hausach
ein.
Danke dass Ihr uns begleitet habt. Wir wünschen Euch viele schöne Momente im neuen Jahr :-) !!!
